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Lichtbogen schweißen: Grundlagen, Verfahren und Tipps

Das Lichtbogenschweißen revolutioniert seit Jahrzehnten die Metallverarbeitung und ermöglicht präzise, dauerhafte Verbindungen in verschiedensten Anwendungsbereichen. Entdecken Sie die Grundlagen und wichtigsten Verfahren dieser vielseitigen Schweißtechnik.

Was ist Lichtbogenschweißen?

Lichtbogenschweißen zählt zu den wichtigsten Schmelzschweißverfahren in der modernen Metallverarbeitung. Bei diesem Verfahren entsteht ein elektrischer Lichtbogen zwischen einer Elektrode und dem zu bearbeitenden Werkstück, der Temperaturen von bis zu 6.000 Grad Celsius erzeugt. Diese intensive Hitze schmilzt das Grundmaterial an der Fügestelle und ermöglicht so eine dauerhafte, metallurgische Verbindung der Werkstücke.

Die Besonderheit des Lichtbogenschweißens liegt in seiner Vielseitigkeit: Der Lichtbogen kann sowohl manuell als auch mechanisch geführt werden, wobei die verwendete Elektrode je nach Verfahrensvariante entweder nur als Stromleiter fungiert oder gleichzeitig als Zusatzwerkstoff abschmilzt.

Grundlagen des Lichtbogenschweißens

Die Technologie des Lichtbogenschweißens basiert auf einem präzise gesteuerten elektrischen Stromkreis. Dabei fließt Strom von einer Schweißstromquelle über die Elektrode, den Lichtbogen, durch das Werkstück und zurück zur Stromquelle.

  • Entstehung des Lichtbogens – durch kurze Berührung der Elektrode mit dem Werkstück
  • Bildung eines ionisierten Gases (Plasma) im Zwischenraum
  • Aufrechterhaltung des Stromflusses durch elektrisch leitfähiges Plasma
  • Kontrolle der Schweißgeschwindigkeit und Elektrodenführung
  • Bildung des Schweißbads aus flüssigem Metall

Der Lichtbogen und seine Funktion

Der Lichtbogen selbst ist ein faszinierendes physikalisches Phänomen: Er besteht aus einer Plasmasäule, die Temperaturen von mehreren tausend Grad Celsius erreicht.

  • Wärmeerzeugung zum Schmelzen der Materialien
  • Transport von Metallpartikeln zum Schmelzbad
  • Bildung einer Schutzatmosphäre gegen Luftsauerstoff
  • Steuerung der Einbrandtiefe durch Lichtbogenlänge
  • Beeinflussung der Schweißnahtqualität durch Lichtbogenstabilität

Verschiedene Verfahren des Lichtbogenschweißens

Das Lichtbogenschweißen umfasst eine Vielzahl spezialisierter Verfahren, die je nach Anwendungsbereich, Material und gewünschtem Ergebnis zum Einsatz kommen.

Verfahren Hauptmerkmale Einsatzgebiete
MSG-Schweißen Kontinuierliche Drahtzufuhr, Schutzgaseinsatz Industrielle Fertigung
WIG-Schweißen Nicht abschmelzende Wolframelektrode Präzisionsarbeiten, dünne Materialien

Metallschutzgasschweißen (MSG)

Das Metallschutzgasschweißen (MSG) zählt zu den am häufigsten eingesetzten Lichtbogenschweißverfahren in der industriellen Fertigung. Charakteristisch ist die Verwendung eines Schutzgases und einer kontinuierlich zugeführten Drahtelektrode.

Wolfram-Inertgas-Schweißen (WIG)

Das Wolfram-Inertgas-Schweißen (WIG) zeichnet sich durch seine präzise Steuerbarkeit und die hervorragende Schweißnahtqualität aus. Die nicht abschmelzende Wolframelektrode und separate Zusatzwerkstoffzuführung ermöglichen besonders saubere und präzise Schweißnähte.


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Fülldrahtschweißen und Unterpulverschweißen

Das Fülldrahtschweißen stellt eine innovative Weiterentwicklung des MSG-Schweißens dar. Anstelle eines Massivdrahtes kommt ein Röhrchendraht mit speziellen Pulverfüllstoffen zum Einsatz. Diese Füllstoffe können verschiedene Komponenten enthalten:

  • Legierungselemente für spezifische Materialeigenschaften
  • Schlackenbildner für optimalen Schutz
  • Stabilisatoren zur Prozessverbesserung
  • Zusätze für verbesserte Schweißnahteigenschaften

Die Vorteile des Fülldrahtschweißens zeigen sich besonders im Stahl- und Anlagenbau sowie bei der Verarbeitung hochlegierter Stähle. Das Verfahren ermöglicht höhere Abschmelzleistungen, bessere Spaltüberbrückung und flexibles Schweißen in allen Positionen.

Unterpulverschweißen – Hochleistung in der Automatisierung

Merkmal Beschreibung
Prozessablauf Lichtbogen brennt unter granuliertem Schweißpulver zwischen Drahtelektrode und Werkstück
Schutzfunktion Pulver schmilzt teilweise, bildet schützende Schlacke
Leistungsmerkmale Sehr hohe Abschmelzleistung, tiefe Einbrandprofile
Einschränkungen Nur in Wannenlage (PA) möglich
Haupteinsatzgebiete Schiffbau, Rohrleitungsbau, Druckbehälterherstellung

Das Unterpulverschweißen eignet sich besonders für lange, gerade Nähte bei dicken Blechen und zeichnet sich durch ausgezeichnete Nahtqualität aus. Die vollständige Abschirmung des Prozesses von der Umgebungsluft gewährleistet optimale Schweißergebnisse in der automatisierten Fertigung.

Digitale Steuerung und Innovationen

Die digitale Steuerung revolutioniert das Lichtbogenschweißen durch präzise Kontrolle aller Prozessparameter. Moderne Schweißgeräte nutzen fortschrittliche Lichtbogensteuerungssysteme für die exakte Regulierung der Energieeinbringung. Diese Systeme arbeiten mit hochfrequenten Wechselströmen und komplexen Pulsmodulationen, wodurch sich folgende Parameter optimieren lassen:

  • Wärmeeintrag in das Material
  • Einbrandtiefe der Schweißnaht
  • Spritzerbildung während des Prozesses
  • Energieeffizienz beim Schweißvorgang
  • Prozessstabilität und Reproduzierbarkeit

Besonders beim MIG/MAG-Schweißen haben Hersteller wie EWM, Fronius, Cloos und Lorch spezialisierte Prozessvarianten für energie- und wärmereduziertes Schweißen entwickelt.

Digitale Innovation Nutzen
Cloud-Anbindung Umfassende Datenerfassung und -analyse der Schweißprozesse
Automatische Dokumentation Erfassung relevanter Schweißparameter für Qualitätssicherung
Augmented-Reality-Systeme Echtzeit-Anleitungen im Sichtfeld des Schweißers
Vernetzte Schweißsysteme Vereinfachte Zertifizierung und Prozessoptimierung

Diese digitalen Technologien verbessern nicht nur die Schweißqualität maßgeblich, sondern tragen auch zur Minderung des Fachkräftemangels in der Branche bei. Durch die intuitive Bedienung und intelligente Unterstützung können auch weniger erfahrene Schweißer hochwertige Ergebnisse erzielen.

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